Selbstcheck

Der Selbstcheck gibt Kommunen in Deutschland ein Instrument an die Hand, das sie dabei unterstützt, ihre Integrations- und Diversitätsarbeit zu gestalten und weiterzuentwickeln. Er bietet kein Patentrezept – aber einen hilfreichen Leitfaden, um eine Standortbestimmung vorzunehmen, Stärken und Schwächen zu identifizieren sowie nächste Schritte abzuleiten.

Warum ein Selbstcheck?

Das erste Modul des Modellprojekts Weltoffene Kommune besteht aus dem Selbstcheck. Zum Selbstcheck gehört zum einen ein Fragebogen, den die Verwaltung eigenständig ausfüllt und der vom Projektteam ausgewertet wird. Zum anderen wird im nächsten Schritt das Ergebnis nicht nur mit der Verwaltung, sondern in größerer Runde mit weiteren kommunalen Akteuren während eines Selbstcheck-Workshops diskutiert und um weitere Perspektiven ergänzt. Teilnehmende des Selbstcheck-Workshops sind Akteure aus der Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Der Selbstcheck bereichert die Kommunen in dreierlei Weise:

  • Er hilft, eine Standortbestimmung in zentralen Handlungsfeldern der lokalen Integrations- und Diversitätsarbeit vorzunehmen.
  • Basierend auf den Ergebnissen der Standortbestimmung kann die Verwaltung gemeinsam mit anderen Akteuren ihre kommunale Integrations- und Diversitätsarbeit im Rahmen moderierter Dialogformate weiterentwickeln.
  • Mit der Positionierung als Weltoffene Kommune setzt eine Kommune ein deutliches Signal gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung.

Der Selbstcheck gilt für Aktivitäten und Prozesse, die entweder weitestgehend im Einflussbereich kommunaler Politik und Verwaltung liegen oder zumindest von Akteuren aus Politik und Verwaltung sowie weiteren Akteuren vor Ort angestoßen, initiiert oder unterstützt werden können. Weiterhin ist der Selbstcheck so konstruiert, dass er für alle Arten von Kommunen in Deutschland genutzt werden kann.

    Was funktioniert?

    „Besonders spannend für uns war der Selbstcheck-Workshop. Ich bin froh, dass wir uns die Zeit genommen haben, um gemeinsam auf die Ergebnisse zu schauen und offen zu diskutieren. Der große Mehrwert war nicht nur der Wissensaustausch, sondern auch der Schwung, den wir dabei mitgenommen haben. Diesen Kick brauchten wir.“

    Stephanie Nelles, Integrationsbeauftragte der Stadt Rostock

    „Der Selbstcheck ist ein wunderbares Instrument für die Bestandsaufnahme. Die Auswertung hat einen festen Platz auf meinem Schreibtisch, denn für meine Arbeit ist es wichtig, mir immer wieder die Baustellen vor Augen zu halten, an denen wir in puncto Weltoffenheit noch arbeiten können. Das hält mich auf Kurs!“

    Dr. David Tchakoura, Leiter der Stabstelle Konstanz International

    „Kommunen freuen sich sehr über kritisches Feedback! Wir hatten anfangs die Sorge, dass eine zu negativ ausfallende Auswertung des Selbstchecks für die Kommunen demotivierend sein könnte und sie dann womöglich gar nicht wissen, wo sie mit der Weiterentwicklung der Integrations- und Diversitätsarbeit als erstes ansetzen sollen. Entsprechend haben wir uns um sehr konstruktive, nach vorne weisende Botschaften bemüht. Inzwischen haben wir mehrfach die Rückmeldung von Kommunen erhalten, dass die Auswertung der Selbsteinschätzung sogar noch kritischer ausfallen darf – um die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs zu unterstreichen und damit sowohl die Fachbereiche der Kommunalverwaltung als auch weitere Akteure vor Ort für eine kontinuierliche Weiterarbeit am Thema zu motivieren.“

    Samera Bartsch, PHINEO gAG

    Wie funktioniert's?

    Die Standortbestimmung betrachtet sieben zentrale Handlungsfelder kommunaler Integrations- und Diversitätsarbeit (Ebene 1), die sowohl thematisch-sektorale als auch Querschnittsthemen widerspiegeln.

    Jedes Handlungsfeld umfasst mehrere Kriterien, die wesentliche Dimensionen kommunaler Integrations- und Diversitätsarbeit innerhalb der Handlungsfelder abbilden (Ebene 2). Sowohl die Handlungsfelder als auch die Kriterien sind jeweils mit Wirkungszielen (Outcomes) hinterlegt. Diese geben einen Eindruck darüber, wie das ideale Ergebnis erfolgreicher Integrations- und Diversitätsarbeit in der weltoffenen Kommune aussehen kann.

    Für jedes Kriterium sind mehrere Indikatoren vorgegeben (Ebene 3). Die Indikatoren beschreiben vor allem Prozesse (z.T. auch Qualitätsmerkmale), die stattfinden müssen, um die Wirkungsziele erreichen zu können.

    Das vollständige Ziele- und Indikatorenset, das hinter dem Selbstcheck für Weltoffene Kommunen steht, können Sie kostenlos als PDF herunterladen.

    Wie nutzen?

    Der Selbstcheck kann zur laufenden Selbsteinschätzung verwendet werden – unabhängig davon, an welchem Punkt sich eine Kommune gerade befindet. Versteht man die Weiterentwicklung der Integrations- und Diversitätspolitik als laufenden Prozess, wird schnell deutlich: Eine Kommune wird nie „fertig sein“ und einen Idealzustand von Weltoffenheit erreichen.

    Ebenso gilt: Mit Blick auf die Heterogenität der kommunalen Kontexte gibt es auch nicht den einen idealen Weg zur Weltoffenheit. Vielmehr zeigt das vorliegende Ziele- und Indikatorenset idealtypisch auf, in welchen Bereichen sich eine weltoffene Kommune proaktiv für ein Zusammenleben in Vielfalt einsetzen kann.

    Wo steht meine Kommune?


    Vielfalt, Weltoffenheit und ein gutes Miteinander sind das Ziel – aber wie finden Sie heraus, wo Ihre Kommune aktuell steht? Unser Selbstcheck hilft Ihnen hierbei in sieben Handlungsfeldern – von Management und Steuerung bis Kommunikation und Konfliktmanagement. Beantworten Sie unsere Fragen und erhalten Sie zu jedem Bereich eine Einschätzung inklusive passender Anregungen zur Weiterarbeit.

    Fragen zum Thema?

    Melden Sie sich bitte bei unseren Expertinnen für dieses Modul.

    Claudia Walther - Bertelsmann Stiftung


    claudia.walther@bertelsmann-stiftung.de
    +49 5241 81 81360

    Samera Bartsch - PHINEO


    samera.bartsch@phineo.org
    +49 30 520 065 348