Bericht Selbstcheck-Workshop

Digital und mehrsprachig: Ein voller Erfolg

Mit Herausforderungen ...

Die Dialogveranstaltung in Wolfsburg stand zu Beginn nicht wirklich unter einem guten Stern: Beim ersten Anlauf im Oktober 2020 hatten sich viel zu wenig Teilnehmende angemeldet. Corona und die Ferienzeiten führten zu niedrigen Anmeldezahlen für den als Hybrid-Veranstaltung geplanten Dialog. Dieser hätte vor Ort im FBZ Westhagen sowie online stattfinden sollen. Die Enttäuschung darüber war groß und reihte sich ein in die zahlreichen Herausforderungen des vergangenen Jahres. Doch das Wolfsburger Integrationsreferat wagte einen zweiten Anlauf – mit vollem Erfolg. Der Dialog wurde nun komplett in den digitalen Raum verlegt und dieses Mal meldeten sich über 40 Personen zum Austausch an. Dabei erwiesen sich vor allem die direkte und persönliche Ansprache sowie die Einladung, Bekannte, Nachbarinnen und Freunde mitzubringen, als echter Erfolgsfaktor.

Am 10. Dezember 2020 trafen sich dann ca. 40 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt im digitalen Raum, um sich auszutauschen. Wie war das Ankommen in Wolfsburg? Wie nehmen sie das heutige Zusammenleben in der Stadt wahr? Welche Ideen und Wünsche haben sie für die Zukunft?

.... kreativ umgehen ...

Da für viele der Teilnehmenden Deutsch nicht die erste Sprache und für einige noch ziemlich neu war, wurde die Veranstaltung mehrsprachig geplant. Das Integrationsreferat bot an, Dolmetscher*innen für verschiedene Sprachen wie Arabisch, Italienisch, Farsi, Kurdisch, Russisch, Englisch und Französisch zur Verfügung zu stellen. Letztlich wurde jedoch nur die Italienische Übersetzung in Anspruch genommen. So fand die Veranstaltung auf Deutsch und Italienisch statt, um alle Perspektiven vor Ort in den Dialog einzubinden.

Sowohl im Plenum als auch in den Kleingruppen wurde die Übersetzung ins Italienische angeboten. Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Phase im Plenum. Neben der Präsentation des Modellprojekts Weltoffene Kommune und der Aktivitäten der kommunalen Integrationsarbeit fand hier ein erstes Kennenlernen der Teilnehmenden statt. Ausgestattet mit Stift und Papier malten sie die Symbole auf zum Begriff Weltoffenheit. Bereits diese Einführung wurde durch die Dolmetscherin Nora Ghiani ins Italienische übersetzt.

... und konkrete Ergebnisse erzielen.

Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Austausch in fünf Kleingruppen. Hier gingen die Teilnehmenden der Frage nach, wie das Zusammenleben in Wolfsburg aktuell aussieht und was sich die Teilnehmenden für das künftige Zusammenleben wünschen. Während vier der Kleingruppen diese Fragen auf Deutsch diskutierten, arbeitete eine fünfte Kleingruppe auf Italienisch. Hier wurden die Ergebnisse ebenfalls auf Italienisch gesammelt und später im Plenum auf Deutsch präsentiert.

Die Ergebnisse der Kleingruppendiskussionen waren vielfältig. Die Teilnehmenden wurden vor allem bei der Frage kreativ, was sie sich in Zukunft für das Ankommen wünschen. Vorgeschlagen wurden ein Frauencafé zum Austausch und Kennenlernen, Aufklärungsangebote zur Rechtslage rund um Alkohol- und Drogenkonsum sowie Lösungsangebote bei gewaltvollen Konflikten. Ein Kulturzentrum für den Austausch der verschiedenen Nationalitäten, Kulturen und Religionen oder auch eine fortlaufende digitale Dialogreihe gehörten ebenfalls zu den Ideen.

Der digitale Workshop in Wolfsburg am 10.12.2020

Der digitale Selbstcheck-Workshop in Wolfsburg: Ein voller Erfolg

Viele der Ergebnisse wurden durch das Integrationsreferat aufgenommen. So wurde z.B. die Dialogreihe fortgeführt. Mittlerweile hat bereits ein zweiter digitaler Dialog stattgefunden, eine dritte Veranstaltung zur Ausarbeitung ganz konkreter Vorhaben ist in Planung.

Die Dialogveranstaltung in Wolfsburg zeigt: Auch im digitalen Raum können sprachliche und kulturelle Bedürfnisse berücksichtigt werden. Auch hier funktioniert das mehrsprachige Arbeiten – mindestens genauso gut wie bei einer Präsenzveranstaltung, wenn nicht sogar besser.

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Annalena Rehkämper


Annalena Rehkämper ist Beraterin im Team Öffentlicher Sektor der PHINEO gAG. Im Modellprojekt Weltoffene Kommune verantwortet sie die Konzeption und Durchführung der Dialogveranstaltungen sowie die Entwicklung und Umsetzung des Selbsteinschätzungsinstruments. Hier bringt sie unter anderem ihre Erfahrungen aus der Demokratieförderung und Prozessbegleitung ein.