Online-Event

Bilanzveranstaltung am 2.11.2021

Nach zwei Jahren konnten wir gemeinsam mit insgesamt weit über einhundert Beteiligten und Vertreter:innen aus unseren Modellkommunen eine positive Projektbilanz ziehen. Einig waren sich die Teilnehmenden vor allem in der Feststellung, dass Projekte wie die Weltoffene Kommune auch weiterhin dringend gebraucht werden. Deshalb ging es u.a. um die wichtige Frage, interessierte Städte, Kreise und Gemeinden das Angebot auch künftig nutzen können.

„Unsere Städte und Gemeinden sind die Motoren der Integration. Bürgermeisterinnen und Landräte leisten einen enormen Beitrag und brauchen manchmal auch einen langen Atem und ein dickes Fell für ihre Arbeit. Ob städtisch und ländlich geprägt, in Ost oder West, mit langer oder kurzer Einwanderungsgeschichte: Das Projekt gibt den Kommunen die richtigen Werkzeuge an die Hand, um die Integrationsarbeit langfristig zu gestalten. Entstanden ist ein Deutschland-Netzwerk für Weltoffenheit, Vielfalt und Integration. Und es wächst jeden Tag“, so die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz.

Farhad Dilmaghani (PHINEO): „Mit dem Projekt Weltoffene Kommune haben wir gemeinsam mit unseren Partner:innen innovative Instrumente entwickelt und die Kommunen auf ihrem individuellen Weg zu mehr Weltoffenheit unterstützt. Neben verschiedenen Themenfeldern sind die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern wichtige Erfolgsfaktoren. Mehr Weltoffenheit verbessert das Miteinander in Vielfalt, stärkt die Zukunftsfähigkeit der Kommunen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.“

Die Programmdirektorin "LebensWerte Kommune" der Bertelsmann Stiftung Dr. Kirsten Witte zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Weltoffenheit und Vielfalt bedeuten, den Dialog zwischen den verschiedenen Mitgliedern der Gesellschaft vor Ort zu führen. Die Dialogveranstaltungen des Modellprojektes wurden in vielen Kommunen als Auftakt für weiteren Austausch genutzt. Hier konnten neue Formate und Methoden erprobt und in die Praxis übernommen werden.“

Vertreter:innen aus den 35 Kommunen hoben besonders den Nutzen der drei Säulen des Projekts hervor.

1) Selbstchecks: Mit den Selbstchecks können Kommunen eine Standortbestimmung vornehmen und ihre eigenen Strukturen und Abläufe prüfen. Mit den Selbstchecks haben Kommunen auch nach Abschluss des Projektes ein Instrument an der Hand, das ihnen künftig Orientierung gibt, den Weg hin zu Weltoffenheit eigenständig zu gestalten.

2) Dialogformate: Weltoffenheit gelingt nur mit den Einwohner:innen zusammen. Hierzu braucht es aktive Kommunen, die auf die Menschen vor Ort zugehen, die alle Menschen einbeziehen - ob jung oder alt, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. Deshalb waren Dialoge fester Bestandteil des Projekts.

3) Stärkung kommunaler Entscheider:innen: Eine Stadt oder eine Gemeinde zu leiten war schon immer eine große Herausforderung. Allerdings haben die Anfeindungen und Bedrohungen gegen Politikerinnen und Politiker, die oftmals auch gegen die Familien und sogar die Kinder gerichtet sind, massiv zugenommen. Daher wurden für die kommunalen Spitzen Unterstützungstools und Austauschformate entwickelt, die sie im Umgang mit Hass und Hetze und für ihre Arbeit und ihr Engagement für Weltoffenheit stärken.

Die Herausforderungen der Corona-Pandemie gingen natürlich auch an unserem Modellprojekt nicht spurlos vorbei. Ein Großteil der ursprünglich analog geplanten Veranstaltungen - nicht zuletzt auch die Bilanzveranstaltung - musste in den digitalen Raum verlegt werden. Mit Kreativität und Engagement wurden jedoch viele Hürden genommen. In unserem Magazin finden Sie dazu zahlreiche Berichte aus den Kommunen. Übrigens: Für den Wissenstransfer dient auch weiterhin unsere Austausch- und Wissensplattform www.weltoffene-kommune.de mit zahlreichen Good Practice-Beispielen aus den Modellkommunen, Fachbeiträgen aus Wissenschaft und Praxis und dem Selbstcheck-Fragebogen, der auch weiterhin zur Verfügung steht.

Hier finden Sie den Mitschnitt der Bilanzveranstaltung vom 2. November 2021.