Dialogveranstaltungen

Das zweite Modul im Modellprojekt Weltoffene Kommune beinhaltet Dialogveranstaltungen. Denn die Weiterentwicklung der Integrations- und Diversitätsarbeit ist keine Aufgabe, die die Verwaltung alleine angehen sollte. Eine Kommune, die wirklich weiterkommen möchte, nimmt ihre Einwohner*innen bei diesem Prozess mit. Dialogveranstaltungen können eine Chance dafür sein.

Warum Dialogveranstaltungen?

Im Rahmen des Modellprojekts Weltoffene Kommune werden bis zum Jahr 2022 insgesamt etwa 18 Dialogveranstaltungen umgesetzt. Diese Dialogveranstaltungen knüpfen an die vorhergehenden Schritte des Prozesses an, die im Modul "Selbstcheck" erfolgt sind.

Nachdem Kommunen ihre Standortbestimmung durchgeführt und das Ergebnis mit einer ausgewählten Gruppe von Akteuren diskutiert haben, bieten die Dialogveranstaltungen die Gelegenheit, auch die Einwohner*innen einzubinden. So können relevante Punkte und Herausforderungen noch einmal um weitere Perspektiven ergänzt werden.

Angelehnt an die Ergebnisse der Diskussion im Themenforum „Integration vor Ort“ des Nationalen Aktionsplan Integration liegt der Fokus bei den Veranstaltungen auf der Entwicklung kommunaler Narrative, die die Chancen des Zusammenlebens und der Vielfalt der Einwohner*innenschaft hervorheben. Dabei soll auch berücksichtigt werden, wie alle Bevölkerungsgruppen und insbesondere Personen mit Vorbehalten oder einer ablehnenden Haltung erreicht und in den Dialog einbezogen werden können.

Die Bertelsmann Stiftung und die PHINEO gAG unterstützen die Kommunen bei der Erarbeitung eines Konzepts für eine auf sie zugeschnittene Dialogveranstaltung und stellen eine externe Moderation bereit.

„Der Dialog mit breiteren Teilen der Bevölkerung wird immer wichtiger. Denn bei Fragen, Ängste, Vorurteilen helfen nur Begegnung und Kommunikation. Es geht nicht um „Die und Wir“, sondern um ein besseres Zusammenleben vor Ort. Mit den Dialogveranstaltungen wollen wir hierzu einen Impuls geben: Verwaltung redet mit Einwohner*innen, Menschen mit und ohne Migrationserfahrung reden miteinander. So können die verschiedenen Perspektiven sichtbar werden und auch zu Verbesserungen beitragen.“

Claudia Walther, Bertelsmann Stiftung

Wie einladen?

Die Dialogveranstaltungen sollen einen Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Einwohner*innenschaft befördern. Folglich ist die Zielgruppe der Dialogveranstaltungen ist etwas breiter aufgestellt, als die des Selbstcheck-Workshops im vorherigen Modul. Sie umfasst bei den Dialogveranstaltungen ebenfalls Akteure aus Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, aber auch Einwohner*innen, die nicht in einem solchen Rahmen organisiert sind.

Die Teilnehmer*innengewinnung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:

  • Allgemeine, unspezifische Einladung. Die Kommune bewirbt die Veranstaltung und lädt öffentlich zur Teilnahme ein. Dies erfolgt über soziale Medien, Internetauftritte, Printzeitungen, Plakate und ggf. postalische Einwurfsendungen. Ggf. bittet die Kommune um Anmeldung.
  • Gezielte Einladung bestimmter Personen. Die Kommune lädt gezielt bestimmte Personen mit Hilfe eines postalischen Anschreibens und der Bitte um Anmeldung ein. Die Auswahl der Personen erfolgt über Empfehlungen von Vereinen und Verbänden.
  • Zufallsgenerierte Einladung. Die Kommune nutzt die zufallsgenerierte Auswahl von Einwohner*innen und lädt die Personen mit Hilfe postalischer Anschreiben und der Bitte um Anmeldung ein.

Insgesamt sollte sich eine Teilnehmer*innenschaft ergeben, die die Vielfalt der Stadtgesellschaft abbildet (v. a. hinsichtlich Alter, Geschlecht, Kultur, Religion, Migrationsgeschichte, Weltanschauung). Es können im Rahmen des Projekts sowohl Veranstaltungen für die gesamte Stadt, als auch gezielte Veranstaltungen für bestimmte Orts- oder Stadtteile stattfinden.

Welches Format?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Einwohner*innendialog partizipativ zu gestalten. Wichtig ist, das Format zu finden, das die Ausgangslage und Bedürfnisse in der entsprechenden Kommune am besten aufgreift. Entscheidend ist, welches Ziel bzw. welchen Zweck die Kommune mit der Durchführung der Veranstaltung verfolgt: Geht es um die Information der Einwohner*innen, möchte die Verwaltung ihre Beratung einholen oder sollen bzw. dürfen die Einwohner*innen mitentscheiden?

Je nachdem, wie die Antworten lauten, ergibt sich daraus eines der Grundformate für die Umsetzung. Ob Zukunftskonferenz, runder Tisch oder Fishbowl-Diskussion: Das Ziel der Dialogveranstaltungen steht im Vordergrund, die Methoden dienen nur als Mittel zum Zweck und sollten daher so flexibel eingesetzt werden, dass sie die Erreichung der Ziele befördern.

Was beachten?

Damit möglichst viele Einwohner*innen mit den verschiedensten Bedürfnissen an den Dialogveranstaltungen teilnehmen können, gilt es neben der sinnvollen Auswahl an Teilnehmenden noch weitere Punkte zu beachten. Das beginnt schon damit, Texte wie bspw. die Einladung in einfacher, aber ansprechender Sprache zu verfassen und ggf. noch in ein, zwei weiteren Sprachen zu übersetzen. Weitere wichtige Faktoren, die über den Erfolg der Dialogveranstaltung entscheiden können, sind beispielhaft in der Grafik rechts dargestellt.

Fragen zum Thema?

Melden Sie sich bitte bei unseren Expertinnen für dieses Modul.

Annalena Rehkämper - PHINEO


annalena.rehkaemper@phineo.org
+49 30 520 065 324

Claudia Walther - Bertelsmann Stiftung


claudia.walther@bertelsmann-stiftung.de
+49 5241 81 81360